Joseph Haydn Biographie

Franz Joseph Haydn, geboren 1732, erlebte sehr bewegte Zeiten. Bereits als Bub schon hatte er viel gesungen und wurde 1740 Sängerknabe am Stephansdom in Wien. Knapp neun Jahre später brach ihn der Stimmbruch zwar nicht das Genick, doch musste er aus dem Verein entlassen werden. Haydn machte sich nicht viel aus diesem Missgeschick, er ging auch nicht bedrückt zurück nach Haus, sondern lebte sich stattdessen am Flügel aus. Er wurde Klavierbegleiter für Nicola Popora. Der Mann, der mit Vornamen hieß wie eine Frau, bildete das Talent ganz nebenbei zum Komponisten aus. Bereits damals lagen die Frauen dem Komponisten Haydn zu Füßen, konnten nicht genug hören, von seinen bezaubernden Klängen, den himmlisch sanften, süßen. Gräfin von Thun war ebenfalls sehr angetan, nicht nur von Haydn als Künstler wahrscheinlich, sondern auch von Haydn als jungen attraktiven Mann, der gerade in der stattlichen Blüte seines Lebens stand und hätte haben können jede schöne Lady aus Stadt und Land. Doch lobhudelte Haydn nicht nur die Damenwelt, auch die feinen Herren waren stets sehr von diesem Künstler beseelt.

Joseph Haydn war durchaus sehr beliebt, spielen am Klavier konnte er wie kein Zweiter, deswegen erklomm er auch schnell die steile Karriereleiter. Zuerst jedoch gab der junge Künstler 1754 der späteren Komponistin, Marianna Martines, Klavierunterricht. Er nistete sich quasi in ihrem Hause ein, aß ihr Essen, trank ihren Wein. Gegen freie Kost und Logis, so meinte das Genie, konnte er der Martines Klavierunterricht geben. Ja, Komponist und Haydn müsste man sein, dann hätte man ein Leben. Wer weiß, denn keiner weiß es wirklich und niemand natürlich ganz genau, war die Martines gar Haydns Geliebte, seine heimliche Frau. Was das private oder sexuelle Leben von Joseph Hayden angeht, in keiner der vielen Biografien etwas Explizites darüber steht. Merkwürdigerweise wurde das Genie stets im gehobenen Kreise, von betuchten Herren eingestellt. So gesehen, könnte die Vermutung entstehen, er wäre gar vom anderen Ufer, denn nachweislich ist es geschehen, dass Haydn als Musikdirektor und Kammerkompositeur im Jahre 1759 eine Anstellung beim Grafen Morzin in Lukawitz fand. Drei Jahre später dann, nimmt Haydn beim Fürsten Esterhazy seine Stellung als zweiter Kapellmeister an und damit nicht genug, denn schließlich ist allgemein bekannt, dass er dort den Rest seines Berufslebens verbracht hat. Sozusagen, Tag und Nacht und überdies sogar, auch das ist wahr, 1766 die Stellung dort als erster Kapellmeister übernahm.

Doch die Damenwelt riss sich um den begnadeten Komponisten sehr, der nun wirklich nicht zu verachten war und auch der Haydn lief so manchen Rock hinterher, nur, sich zu entscheiden fiel dem Kapellmeister schwer. So denken denn nun viele, heimlich und verstohlen, ein langes Leben muss doch sexuell auch lohnen. Er hatte eine ganz bestimmte Frau im Sinn, die jedoch verschmähte ihn und trat stattdessen ins Kloster ein. Wie wohl vielen ist bekannt, der Haydn sich voller Hingabe deren Schwester zuwandt. Anna Maria Keller hieß diese Frau, doch keiner weiß es so genau, weswegen die Ehe kinderlos blieb. Gemunkelt wurde nur, es lag an ihrem Vater, der streng religiös war, wie die Anna Maria ebenso. Hayden hatte unter Anna Marias Launen ziemlich leiden, kein Verständnis hatte sie für seine Musik und das war Haydns Leiden. Deswegen ist es wohl kaum verwunderlich, dass er sich oftmals aus dem Hause schlich und zu seinen Kumpels lief. Die Freunde und die Gleichgesinnung hielten den Haydn stetig jung. Wahre Freundschaften, heißt es doch so schön, können nun einmal nur zwischen Männern bestehen.

Vielen Musikbegeisterten es das Herz zerbrach, als Joseph Haydn am 31.5.1809, nicht nach langem Leiden aber an allgemeiner Entkräftung, verstarb. Haydn wurde auf dem Hundsturmer Friedhof in Wien-Meidling begraben. Sein Grab wurde von der Familie Esterhazy lange Zeit verschmäht, doch erst als Herzog von Cambridge seine Bewunderung für den begnadeten Komponisten aussprach, erinnerte sich auch Fürst Nikolaus der II. wieder an seinen ehemaligen Bediensteten. Wahre Liebe, so scheint es wohl, geht weit über den Tod hinaus, anders nämlich erklärt es vielleicht nicht, dass Nikolaus den Joseph Haydn, bzw. das, was von ihm übrig geblieben ist, plötzlich doch exhumieren und nach Eisenstadt in die Bergkirche, die sich nun Haydnkirche nennt, überführen ließ. Als man den Grabdeckel öffnen ließ, fielen vor Schreck und Graus, den Anwesenden beinahe die Augen aus den Höhlen heraus. Dem Leichnam fehlte der Schädel, hinter dieser Schandtat steckte ganz sicher kein verschämtes Mädel, denn bald darauf fand man heraus, wer der wahre Schuldige war. Joseph Carl Rosenbaum, der treue Sekretär des Fürsten Esterhazy und dass ist keine Mär, sondern Überlieferung. Er war Anhänger der Schädellehre von Franz Joseph Gall – Franz Joseph also wieder einmal – und hatte es tatsächlich fertig gebracht, in dunkelster Nacht, den Totengräber, einen Gefängnisverwalter und zwei Wiener Beamte zu bestechen, acht Tage nach der Beisetzung, das Grab Haydns zu öffnen und dessen Schädel zu stehlen. Wollte er sich in irgendeiner Form an Haydn rechen oder die Nachwelt quälen?

Der Verbleib des Schädels von Franz Joseph Haydn gab viele Jahre Rätsel auf, doch schließlich wurde er gefunden und mit dem Abbild der Totenmaske verglichen. Anno 1954, viele sind jetzt sicher vom Grauen beschlichen, wurde der Schädel von Hayden nach einem Festzug von Wien nach Eisenstadt gebracht und mit den restlichen Gebeinen des Genies vereint. Während dieser „Vereinigung“ haben sowohl Frauen als auch Männer geweint. Und abermals war es ein Mann, Gustinus Ambrosi, der Hand anlegen durfte, um die Überreste Franz Joseph Haydns in den Sarkophag zu legen. Nach 145 Jahren konnte die Totenruhe des berühmten Komponisten endlich gewährleistet werden. Ja, es geschehen recht seltsame Dinge auf Erden. Haydn ruht nun unterdessen, tief unter der Erde im Sarkophag, während jeder noch heute seine genialen Werke hören kann. Er war ein Genie, ein Meister auf seinem Gebiet, ein hochbegabter Mann der scheinbar noch viel mehr konnte, als nur auf dem Klavier spielen.